WMOC2021 Tagebuch Tag 7 – lost and found

Wie versprochen kommt der heutige Tagebucheintrag von Lilli und Tom:


Die heutige Langdistanz wurde doch nicht zur befürchteten Leidensdistanz, da sich zumindest auf Teilstrecken des Laufes Wetter und Terrain an die 3W-Regel hielten: Wind, Wolken, Wald (diesmal nicht nur durchkriech- sondern auch durchlaufbar). Wie erging es den WAT-Startern?

Peter (11. von 14), der sogar schon vor 10 Uhr in den Wald geschickt wurde, hatte bei einer Laufzeit von 2:45 h „nur eine Stunde Fehler, ansonsten keine Probleme.“ :) Auf die Frage nach seinem Lauf meinte sein Vater Pepi: „Des war ka Lauf, des war a Abbruch.“ Er saß bei Posten 4 in einer Parallelsituation auf – etwa 100 m außerhalb der Karte. Nach 40 Minuten erfolgloser Suche gab er auf.

Diesem (Abbruchs-)Schicksal entging Tom (28. von 37) nur knapp, allerdings aus einem anderen Grund. Nach einer sehr guten ersten Hälfte bemerkte er beim Blick auf die vermeintliche Karte: „Waaaah, Karte weg!“ 20 Minuten später, kurz vorm Aufgeben, fand er sie dann doch noch und konnte das Rennen zumindest beenden. Schade, denn es war ein guter Lauf. Sein persönliches Ziel (Top 20 im A-Finale) wäre sich leicht ausgegangen. Offenbar fühlte sich Tom unbewusst genötigt, die Serie origineller Tagebuch-Titel mit dieser Aktion angemessen abzuschließen. Zitat Tom: „Irgendwas such’ ich immer – wenn nicht Posten, dann halt die Karte.“

(Anm. d. Red.: wir sind uns bei Toms Foto nicht ganz sicher ob er vom Lauf erschöpft ist oder Lillis Fuß irgendetwas mit Toms Zustand zu tun hat - siehe unterer Bildrand)

Lilli (5. von 9), die gemäß ihrem Motto „full speed, full mistakes“ unterwegs war, ergatterte 6 (von 13 möglichen) Splitbestzeiten. Diese konnten ihre beiden Riesenfehler (plus zwei kleinere) allerdings nicht wett machen. Auf dem Weg zum zweiten Posten nahm sie auch gleich Posten 4 mit – kann sein, dass der dort zusätzlich aufgestellte Getränkeposten sie magisch anzog. Zu Posten 7 vergaß (oder ignorierte) sie dann kurzfristig ihre Vorhaben „einfache, sichere (Umlauf-)Routen wählen“ und stürzte sich stattdessen mitten ins gelb-grün gescheckte Verderben, um dort eine Ehrenrunde zu drehen. Ihr erklärtes Ziel „bessere Hälfte“ verpasste sie damit ganz knapp und platzierte sich genau in der Mitte. Reinhard (38. von 57) wiederum berichtetet uns über sein fulminantes Finish: „Ich hab’ auf der Nase vor der Steilstufe noch g’schwind a paar Gleichaltrige abgehängt. Vom 100er ins Ziel hab’ ich dann so richtig Voigas geb’n, und ich glaub’ das war der schnellste Zieleinlauf den ich je hatte.“

Einen kurzen Schreckmoment erlebte Meinrad (10. von 55) schon in der Früh, als er auf dem Weg ins WKZ seinen Chip verlor. Zum Glück wurde dieser bei der „lost-and-found“-Station abgegeben. Während seines Laufes fühlte Meinrad sich dann gar nicht so gut. War schlussendlich aber doch deutlich besser platziert, als er dachte und schaffte es in die Top 10 des B-Finales. Gratulation! Seine Meinung dazu: „Lieber Zehnter in 65B als Sechzigster in 65A – macht mehr Spaß!“

Bei der Siegerehrung durften sich dann noch einmal alle Österreicher freuen: Ferri Gassner (M55-A) schaffte unglaublicher weise eine zweite Goldmedaille – mit Respektabstand. Unsere Hochachtung!

Alles in allem ein würdiger Abschluss der WMOC21 mit interessanten Bahnen auf einer schönen Karte! Schade, dass ihr – Helga, Alex und Steve – nicht mehr mit dabei wart. Es hätte euch bestimmt auch gefallen!


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