TIC, Trick und Track

An einem grauen Novembertag beschließe ich, dem Winter zu entfliehen und buche spontan ein paar Tage Barcelona im Februar, denn dort sollen in dieser Zeit Sprint-Trainingsläufe im Rahmen der MOC-Tour stattfinden. Daraus werden dann plötzlich eine Mitteldistanz in den Bergen plus Trofeu Internacional Ciutat de Barcelona (kurz TIC BCN), bestehend aus Langdistanz und Sprint. Ich kann mein Glück kaum fassen, gibt es doch damit neben einer wunderbaren Stadt auch noch ein nettes und anspruchsvolles OL-Programm.

Nach einigen Urlaubstagen in der frühlingshaften Hauptstadt Kataloniens steht am Freitag der erste Lauf am Programm - ein Mitteldistanztraining der MOC-Tour am Fuße des weltbekannten Montserrats. Vor einer atemberaubenden Kulisse aus Sandsteinbergen müssen wir uns durch fast unbelaufbares Gestrüpp schlagen (hier gibt es auch hinterlistiges Gras mit unglaublich scharfen "Kanten"). Was von meiner Seite als lockerer Lauf geplant war, entwickelt sich zum Überlebenskampf à la Rambo. Erst im zweiten Teil der Karte wird es etwas angenehmer und das Gelände offener und flacher. Leider unterläuft mir hier ein schwerer Patzer (nein, planlos zur Auffanglinie laufen ist definitiv keine gute Idee...), trotzdem ist es eine nette Veranstaltung mit vielen zerkratzten und blutenden Teilnehmern im Ziel - richtiger Hardcore-OL eben.

Am Samstag findet dann die Langdistanz des TIC BCN am Montjuic, dem "Hausberg" Barcelonas statt. Fast 6 km Länge und 220 Höhenmeter sind von den Superveteraninnen (= nette Umschreibung für Senoritas 50+) zu bewältigen und versprechen ein knackiges Erlebnis. Ganz alleine stehe ich als Letzte am Start, was mir persönlich sehr angenehm ist. So kann ich mich in aller Ruhe dem Nordteil der Karte widmen. Durch wunderschöne Gärten läuft man vorbei am Katalanischen Nationalmuseum und am berühmten Magischen Brunnen . Nach einem neutralisierten Übergang an einer dicht befahrenen Straße und einem Kartenwechsel geht es weiter in den südlichen Teil. Vorbei am weitläufigen Olympiapark von 1992 kommen wir zum Castell Montjuic, dem höchsten Punkt der Veranstaltung (an dieser Stelle ist für mich allerdings eher ein körperlicher Tiefpunkt...). Nach ein paar Posten bergab durch den Wald erreichen wir das Ziel mit Blick auf das wunderschöne Olympiastadion - ein gelungener Lauf in jeder Hinsicht.

Als krönender Abschluss steht sonntags ein Sprint durch die Altstadt Barcelonas am Programm. Die Bahnleger haben einige Gassen mit Zäunen abgesperrt und so ergeben sich knifflige Routenwahlen und, wie ich finde, ein höchst interessanter und kurzweiliger Sprint. Der Start befindet sich direkt neben dem prächtigen Palau de la Música Catalana und auch während des Laufs haben wir das Vergnügen, einige der touristischen Highlights der Ciutat Vella zu sehen.

Insgesamt war es eine wirklich gelungene Veranstaltung mit sehr bemühten Ausrichtern in einer der schönsten Städte Europas. Nach der Siegerehrung sitze ich am Nachmittag bei angenehmen Temperaturen am Strand und finde, dass das OL-Jahr gerne so weitergehen darf ...

http://ticbcn2018.clubcoc.cat/cat/

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