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Der WAT macht Urlaub auf Cres



Ende Juli 2017 auf Cres. Bei rund 40°C brechen mehrere Wilde durchs Gebüsch, die nicht nur Wildtier sondern auch Wanderer verjagen. Wer hätte es gedacht? Es sind Orientierungsläufer.

Nach mehreren Stunden Autofahrt treffen wir (Konrad, Sonja, Ingo und Uwe) in Villach auf die uns schon von vorigen Jahren bekannten Henndorfer mit denen wir die nächste Woche zuerst in Slowenien und dann in Kroatien verbringen.

Die ersten drei Tage trainieren wir in der Nähe von Soriska Planina, in Slowenien hoch in den Bergen, wo die letzten zwei Etappen des letztjährigen OO-Cups stattfanden. Dort erwarten uns von Martin schwierig gelegte Bahnen die einen gewissen Reiz haben, da sie sich als wirklich herausfordernd herausstellen und man auch mehrere Male nachdenken muss bevor man sich für eine „bessere“ Route entscheiden kann. Im Nachhinein finde ich dass die Trainings bei weitem schwieriger waren als die BUBO-Cup Läufe selbst.

Das erste Training findet noch bevor Bezugs des Quartiers statt und besteht aus drei verschieden schwierigen Loops die einen aber alle dazu zwingen genau auf die Karte zu schauen und das Lauftempo zu drosseln. Zum Anfangen eine perfekte ​


​Gelegenheit da man sich selbst aussuchen kann wie schwierig man es haben will und wie viel man laufen will. Am nächsten Tag geht es zum Start 45 Minuten den Berg hinauf (was mir persönlich schon genug Training gewesen wäre) und Oben angekommen bilden wir Zweier Teams und sollen alle Posten die auf der Karte zu sehen sind so schnell wie möglich abstempeln. Ziemlich selbsterklärend. Anschließend geht es mit einem Downhill Lauf den Berg wieder hinunter wobei die größte Kunst ist nicht abzustürzen. Trotz LEBENSGEFÄHRLICHEM Lauf gefällt mir der ​


​Downhill von allen Trainings am besten da Fehler noch mehr bestraft werden indem man wenn man am Posten vorbeiläuft alles wieder hinauf muss! Am Nachmittag fahren wir noch ins Tal hinunter und trainieren wieder mit Drei verschiedenen Loops, Einfach, Mittel und Schwierig. Die Schwierige Route stellt sich für mich wirklich als sehr schwierig heraus als ich einen Parallelfehler mache und mit der 1:7500 Karte noch nicht vertraut bin. Trotz allem ein super Training und nach der harten Arbeit geht es in den gleich danebenliegenden See Bohinjsko Jezero baden. An unserem Letzten Trainingstag bleiben in der Nähe unserer Unterkunft und trainieren am Vormittag auf einer der beiden Karten des wie schon weiter oben erwähnten OO-Cups vom Letzten Jahr. Eine sehr detaillierte Karte wo ich mich frage ob ihnen beim Drucken die Farbe ausgegangen ist oder alles wirklich Wald ist? Bei diesem Training verletze ich mir leider meinen Knöchel als ich bei der Überquerung eines Steinfeldes mit meinen Spikes ausrutsche und beschließe damit es ab sofort ein wenig langsamer anzugehen und meinen Fuß zu schonen. Nach kurzer Mittagspause geht es auch schon wieder weiter und zwar diesmal mit einem Korridor OL den ich langsam aber genau abgehe. Keine Schwierigkeiten oder Fehler.

Am Montag ist Tag der Reise und wir verlassen um 10 Uhr Vormittag unser Quartier und brechen​

​ zu der Skocjan Höhle auf um ein wenig die Zeit zu vertreiben. Stellt sich heraus dass die Höhle nicht einmal so langweilig wie gedacht war, doch uns wird STRENGSTENS verboten Fotos zu machen. Ich hab trotzdem ungefähr fünf Gute mit meiner Handykamera gemacht (he he he). Danach geht es mit ein wenig Stress zur Fähre mit der wir auf Cres überschiffen und von dort aus fahren wir gleich zu unserem Campingplatz auf dem wir für die nächsten vier Tage in Blockhäusern wohnen. Unsere Unterkunft am Campingplatz gefällt mir vom ersten Tag an da wir weniger als eine Minute zu Fuß vom Meer entfernt sind.

Tja und dann geht es schon los mit dem Cup. Am Ersten Tag schicken die Veranstalter uns in einen Olivenhain mit sehr, sehr vielen kleinen Steinwällen und Steinmauern. Das Gebiet ist sehr offen mit sehr viel Weiß und Gelb, doch sehr schwer und vorsichtig zu belaufen da sehr viele kleine Steinbrocken herumliegen auf denen man sich die Knöchel sehr schnell sehr schwer verletzen kann. Orientierungstechnisch finde ich den Lauf nicht besonders schwer, doch leider geht mir beim Achten von dreizehn Posten komplett die Puste aus und ich muss kurz ins Geh-Tempo wechseln. Ich beende den Lauf als Vierter was den gegebenen Umständen für mich durchaus zufrieden stellend ist. Im Nachhinein hätte ich noch genauer auf die Karte schauen und den Lauf langsamer starten sollen.

Am Zweiten Tag müssen wir ungefähr 40 Minuten zum Wettkampfzentrum fahren was sich als größere Wiese herausstellt die nur durch kleine Forststraße zu erreichen ist. Das Laufgebiet stellt sich als ein Allrounder heraus mit so gut wie jeder möglichen Vegetationsart, sehr vielen Kontouren, Hügeln, Steinen, Senken, Steinwällen und Wald. Die Karten für den zweiten, dritten und vierten Lauf sind ähnlich da alle Läufe dasselbe Wettkampfzentrum haben und daher alle in einem gewissen Radius darum herum stattfinden.



Für mich startet der Lauf nicht besonders gut als ich mir vom Zweiten zum Dritten Posten den linken Fuß in einer kleinen Spalte quetsche und kurz Zeit verschwende meine unglückliche Lage zu bedauern. Doch ich laufe weiter und finde alle Posten mit ein wenig gedrosseltem Tempo mehr oder weniger sofort. Von Posten Fünf bis Sechs wird es aber noch einmal sehr steinig und ich strauchle zweimal und komme zu Fall da mein linker Fuß mein Gewicht nicht mehr wirklich tragen kann. Von Posten Sechs zu Sieben überlege ich mir den Lauf vorzeitig zu beenden doch denke stets an Meinrads Zitat „Aufgeben tut man nur einen Brief!“. Also schlage ich mich weiter durchs Dickicht und kämpfe mich mit auch sehr vielen technischen Fehlern bis Posten Acht und Neun durch. Ab dort geht es nur noch Bergab und es liegen auch quasi keine Steine mehr im Weg. Also rolle ich von Neun bis Vierzehn einfach den Hügel hinab aus und beende den Lauf als überraschter Dritter. Trotz unglaublich vielen Fehler und langsamer Laufgeschwindigkeit hat es jemand Anderen von den Henndorfern noch schlimmer erwischt. Er stempelte leider fehlt in der Annahme bei dem richtigen Posten zu sein (der bei einem Trinkposten stationiert war) doch die Veranstalter setzten mehrere Trinkposten in dem Gebiet. Fazit: IMMER Postennummer überprüfen.

Tja und am dritten Tag schicken die Veranstalter uns in den Wald mit einer 1:5000 Karte. Ich starte ziemlich gut weg und finde Nummer Eins und Zwei auf Anhieb und ohne jegliche Probleme. Auf Drei hatte ich eine Route geplant die über einen Hügel ging, hinab in eine Schlucht, der Schlucht folgen bis rechts ein großer Seitenarm abzweigt, dann ungefähr 100 Meter weiter und dann rechts den anderen Hügel hinauf. Stellt sich heraus ich kann Distanzen im Wald mit 1:5000 überhaupt nicht abschätzen. Über den Hügel ist noch ziemlich einfach doch dann finde ich den Seitenarm nicht und denke mir dass er wahrscheinlich ausgetrocknet ist und ich ihn übersehen habe. Also laufe ich weiter und biege rechts auf den Hügel ab. Dort finde ich keinen Posten doch stoße bald auf die Straße auf der mein Vierter Posten sein sollte. Also laufe ich wieder EIN WENIG zurück, doch komme mit der 1:5000 Karte nicht zurecht, schieße komplett am Dritten Posten vorbei und fange mich in der Nähe meines Zehnten wieder auf. Etwas frustriert und verärgert dass ich schon so viel Zeit verloren habe gehe ich den Posten langsam an und finde ihn nach gesamt zehn Minuten. Anmerkung: Andere brauchten für den Posten 2:30 oder 3 Minuten. Immer noch frustriert erhöhe ich mein Tempo um die Zeit wieder gutzumachen doch mache nur noch mehr Fehler. Ich beende den Lauf als Vierter.


Am letzten Tag weiß ich dass ich nach den Drei verstrichenen Tagen gesamt Dritter bin mit 30 Minuten Spielraum auf den vierten Platz. Also nehme ich mir vor einfach keinen 30 Minuten Fehler zu machen. Dieser Lauf stellt sich für mich als der beste heraus da ich wie gewollt keine Fehler mache bis auf das ich einmal ein Flussbett hinunter will welches sich dann aber als zu steil herausstellt und ich wieder ein wenig zurück hinauf muss. Sonst laufe ich alle Posten fast perfekt an und finde auch alle sofort. Ich beende den Lauf als Dritter und verteidige auch erfolgreich meinen Gesamten dritten Platz mit Leichtigkeit. Bei der Siegerehrung vertrete ich den WAT mit meiner zu kleinen Vereinsweste auf dem Podium. Meinrad bringt auch den sagenhaften Ersten Platz in seiner Kategorie nach Hause nach einem Nerven zerreißenden Kampf um den Siegerplatz am letzten Tag.


Alles in allem ein wirklich interessantes Gebiet mit sehr vielen Tücken die aber nicht dramatisch sind solange man genau auf die Karte schaut. Es tut gut mal wieder aktiv dabei zu sein! In diesem Sinne noch einen schönen Sommer.



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