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WAT History: WMOC 2012



Nicht mehr frisch genug für die WUOC? Zu langsam für die WOC? Zu wasserscheu und schokobananenweich für den Ironman? Die Alternative heisst WMOC! SENIOREN-WM?! Da wurde schon mal befremdet rückgefragt. Den 9 Jahre Älteren Bruder stürzte die Ankündigung ein bissl in die Krise: "Meine "kleine" Schwester fährt zur Senioren-WM?? Mach mich nicht fertig!" Schauplatz der diesjährigen WMOC war Anfang Juli der Harz, das höchste "Gebirge" Norddeutschlands. Die Veranstalter lockten u.a. mit einem Sprint in einer Weltkulturerbe-Stadt bestehend aus lauter Fachwerks-Lebkuchenhäusern sowie mit Waldviertel-Ähnlichen Klassik-Wäldern. Es kamen 4000 Teilnehmer aus 43 Nationen, darunter 72 Ösis“. Zahlenmäßig am stärksten vertreten waren die Altersklassen vor und um den Pensionsantritt (zw. 55 und 65 Jahren), immerhin noch je 6 LäuferInnen starteten in der W85 und in der M90.


Und mittendrin (oder sagen wir, bei der Alterspyramide unten dabei) wir: Helga, Steve, Alex und ich - allesamt luftwechsel- und urlaubsreif. 800 Autokilometer nördlich vom stickig heißen Wien freuten wir uns über mildere Temperaturen und vom Regen ausgewaschene Luft.


Das Quartier im verschlafenen Kurort Bad Harzburg spielte alle Stückerln. Wir konnten uns prima eingewöhnen und selbst der "nordische Mini-Jetlag" (verursacht durch die späte Abenddämmerung um 22:30) war bald verdaut.

Ehrgeiz: Nach meinem OG (=Orientierungsgehen) -Frühjahr hatte ich erst sehr kurzfristig von Physio-Thea eine Starterlaubnis bekommen und war einfach nur froh mit dabei zu sein und endlich wieder laufen zu dürfen. Helga und ich hatten die Ehre, uns mit Claire Ward (7. beim heurigen WOC-Sprint(!), ihrer Teamkollegin Sarah Rollins sowie einer ebenso flotten Finnin messen zu dürfen, somit waren die Medaillen klar vergeben ;-) Sprint Quali in Bad Harzburg:


​Schönes Ambiente in der Zielarena im Oberlaa-ähnlichen Kurpark. Als Laufgebiet bekamen wir eine Mischung aus Stadt- und Parkgelände geboten, technisch anspruchsvoller als erwartet. Vor dem Lauf spürte ich ungewohnte Nervosität - war doch mein letzter nennenswerter Sprint 2010 in Sandleiten. Prompt hatte ich im Anfangsteil Probleme, mich auf einer Riesenstraße neben einer Riesenkirche aufzufangen ;-) Der Rest gelang einigermaßen brav und am wichtigsten: es stellte sich ein geiles Sprintfeeling ein. Am Abend wurde gefeiert: Alle 4 im A-Finale! :-)

Sprint Finale in Goslar:

Welch geniale Sprint-Szenerie: Eine UNESCO-Weltkulturerbe-Innenstadt voller Fachwerkhäuser, gewürzt mit nass-rutschigem Kopfsteinpflaster. Erste Schrecksekunde: keine Postenbeschreibung mehr für mich da. Dann tauchte doch noch eine auf. Gut begonnen, ließ ich mich nachhaltig von einem Kartenfehler beeindrucken, der mich - unschuldig - ins private Olivgrün "zwang"“ (wie auch hunderte weitere Läufer, was ein neu entstandener Pfad an dieser Stelle belegt). Von Ärger und schlechtem Gewissen geplagt, baute ich mich anschließend so richtig ein. Am Schluß Bronchien-zerfetzender Anstieg zur berühmten Kaiserpfalz und zur Belohnung Superstimmung bei den letzten Posten. Auch Helga, Alex und Steve hatten Patzer, aber unser Fazit: Insgesamt ein schönes Erlebnis.

Long Quali 1 in Drei-Annen-Hohne / Ottofels:


Hier konnten die Veranstalter offenbar nicht widerstehen: Ein uriger, einmalig für OL genehmigter Wald rund um das Ausflugsziel Ottofels (Riesen-Wollsackverwitterung) schien für sie ein Traumgebiet zu sein. Es entpuppte sich jedoch als für Senioren viel zu extrem, weil meist unbelaufbar und gefährlich. Zudem waren wir mit dem Kartenzeichner allzu oft nicht einer Meinung, z.b waren jede Menge Objekte schlicht nicht eingezeichnet. Immerhin, Alex und Steve bewältigten tapfer ihre doppelt so langen Männer-Strecken und alle unsere Knochen und Bandeln blieben heil.

Long Quali 2 in Clausthal/Zellerfeld:


Von hier stammt mein Lieblings-Bier, also ein gutes Omen? Das Gelände entsprach jedenfalls schon etwas mehr unseren Erwartungen und großteils fühlte sich das Erlebte wie OL an. Alex machte es taktisch schlau, indem er das wesentlich kürzere B-Finale er-"brodelte", während sich Steve zähneknischend auf 11km A-Finale "freuen"“ durfte.

Long Finale am Huneberg bei Bad Harzburg:


Endlich schönes Gelände, zwar für Steve zu leicht (er hat sich trotzdem gut geschlagen, bravo!), für mich gerade richtig. Unverhofft doch noch eine gut gezeichnete Karte, was Alex mit dem B-Finalsieg bestätigte. Auch Helga war mit ihrem Lauf zufrieden. Mir gelang zum Abschluß endlich ein flüssiger und fehlerfreier Lauf, der mit einem 7. Platz belohnt wurde.

Abseits vom OL-Geschehen...


...pflegten wir uns und unsere Energiespeicher, drückten Franz und TomBa beim Hot-Iron-man und Franzi bei der WUOC die Daumen. Wir wanderten im Nationalpark auf Moorpfaden sowie auf Steve's Lieblingsberg, den idyllischen Brocken, bummelten in der Altstadt von Goslar herum, senkten den Altersschnitt in der Therme von Bad Harzburg und schauten nicht Fußball. Apropos: Die EM fand übrigens nach dem Ausscheiden der Deutschen quasi nicht mehr statt.

Alles in allem: Sehr nette Partie und cooles Erlebnis. Gerne wieder!


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