JWOC 07 Australien

Am Freitag den 29.6. fand sich die österreichische Delegation zur Junioren WM 2007 in Australien am Flughafen Wien Schwechat ein um einen langen Flug zuerst nach Bangkok und dann weiter nach Sydney anzutreten.

Das Team wurde bei nach den abschließenden Qualifikationsläufen Anfang Juni in Miskolc/H nominiert und bestand aus insgesamt 6 Läufern (2 Damen, 4 Herren). Geleitet wurde das Team durch den U23 Nationaltrainer Markus Buchtele.

Durch eine Tombolaaktion im Rahmen der ÖFOL-Gala 2006 war es möglich den Selbstbehalt für die gesamten 2 Wochen für die Läufer relativ gering zu halten.

Der erste Flug dauerte nahezu 10 Stunden und der Flug von Bangkok nach Sydney noch einmal 9 Stunden. Inklusive Zeitverschiebung von 8 Stunden dauerte der Flug somit 31 Stunden. Ankunft war um 6 Uhr Ortszeit am Sonntag den 1.Juli in Sydney.

Den ersten Tag verbrachten wir gleich mit Sightseeing in Sydney, bei dem es jedoch zunehmend schwer wurde wach zu bleiben, da der Jetlag stark zu spüren war.

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Gruppenfoto

Nach einer langen Nacht (insgesamt fast 15 Stunden Schlaf) ging es am nächsten Tag zu Mittag per Mietauto weiter ca. 200km ins Landesinnere nach Orange zum offiziellen Trainingscamp. Wir kamen am Spätabend an und blieben dort bis Freitag.

Auf dem Programm standen 1-2 OL-Trainings pro Tag um mit dem Gelände und der Kartendarstellung vertraut zu werden.

Gleichzeitig nutzen fast alle anderen teilnehmenden Nationen dieses Trainingscamp zur Vorbereitung auf die kommenden Wettkämpfe. Das Wetter war sehr kalt und immer wieder regnerisch bei 5-12°C am Tag. Trotzdem waren es spannende Trainings und ein interessantes Gelände mit dem ich recht unterschiedlich zurecht kam. Vor allem war es schwierig wirklich immer die Steinformationen und Granitblöcke richtig zu interpretieren, bestand doch nahezu das gesamte Gelände immer aus Steinhaufen und größeren Felsen.

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Nach diesem Trainingscamp ging es weitere 150km ins Landesinnere nach Dubbo, das den Zentralort der WM darstellte. Untergebracht waren alle Nationen dabei aufgeteilt auf 3 Quartiere, die sich in unmittelbarer Nähe zueinander befanden. Am Samstag, 7.7., gab es schließlich noch ein sogenanntes Modelevent, das sich auf einer Anschlusskarte zur Langdistanz befand. Es sollte somit ein sehr relevantes und ähnliches Gelände sein wie bei Lang-, Mitteldistanz und Staffel. Ich fand mich sehr gut zurecht und konnte, in einem guten Fluss, die Posten im langsamen Tempo ablaufen. Dies stimmte mich sehr zuversichtlich in Bezug auf die kommenden Bewerbe.

Doch zuerst gab es noch die Eröffnungszeremonie mit Marsch der Nationen durch das Stadtzentrum mit anschließender offizieller Eröffnung.

Am Sonntag gab es schließlich endlich den ersten Bewerb. Sprint im Zoo von Dubbo. Es war dies ein Mischung aus Zoo und Parkgelände, wobei jedoch alle Tiere hinter Zäunen untergebracht waren. An diesem Tag regnete es stark und es wurde nur langsam besser. Alle Starter mussten sich bereits früh in der Quarantänezone registrieren um dort bis zum jeweiligen Start zu warten. Aufgrund meiner Aufstellung in der hintersten Startgruppe musste ich gut 2 Stunden warten. Dann war ich endlich am Start. Die Organisatoren hatten durch eine Wand in der letzten Startbox verhindert, dass man die Routenwahl des Vorläufers sah und man durfte erst 10 Sekunden vor dem Zeitstart zu den Karten gehen.

Gleich der erste Posten brachte eine Routenwahl rund um einen See herum. Ich hatte Mühe am Anfang einen Überblick zu bekommen und erwischte gleich die langsamere Route. Danach verlief der Wettkampf für mich ohne große Fehler, jedoch mit insgesamt 3 schlechten Routen. Zudem war ich körperlich nicht auf der Höhe, was letztlich in einem etwas enttäuschenden 52. Platz von 127 Startern endete, 1Minute 43 Sekunden hinter dem Sieger.

Den anderen Österreichern erging es auch nicht so gut und so war bei den Herren das beste Ergebnis Rang 49. Bei den Damen jedoch erlief Ursula Kadan einen guten 20. Platzjwoc_07_018.jpg

Montag folgte die Langdistanz über 11,1km und knapp 500 Höhenmeter. Ich fühlte mich dabei gleich von der Früh an besser als noch am Vortag. Wieder startete ich in der letzten Startgruppe und gleich hinter mir der spätere Weltmeister Olav Lundanes gefolgt vom Vorjahrs- Sprintweltmeister Mikael Kristensson. Es gelang mir ein sehr guter Start bis Posten 5, als mir dann ein Richtungsfehler unterlief und ich etwas mehr als 1 Minute verlor. Da sah ich bereits Olav Lundanes, der mich hier überholte. Mitlaufen war mir auch nicht möglich und ich verlor ihn sehr schnell. Nach einer etwas langsameren Route zu Posten 8 wurde ich dort von Mikael Kristensson auch noch überholt. Dann auch noch ein Interpretationsfehler zu Posten 9, bei dem wieder einige Zeit verloren ging. Doch dann ein fehlerfreier Lauf bis Posten 17, wo ich zuvor Kristensson wieder zurückeinholte. Relativ kurz danach aber wieder ziehen lassen musste, bis ich ihn nach dem 2. Zuschauerposten gegen Ende des Rennens abermals einholte und ihm wieder 2 Posten folgte. Das hohe Tempo, dass ich immer wieder lief forderte seinen Tribut und ich kämpfte mich mit letzter Kraft ins Ziel, nachdem ich keinen wesentlichen Fehler mehr gemacht hatte. So reichte es dann zum 41. Platz, bereits 14,5 Minuten hinter dem Sieger der überlegen gewann. Es wurde ein norwegischer Doppelsieg vor einem Dänen. Mir blieb nur der schwache Trost, dass es ohne meine Fehler wohl zu einem Top 20 Platz knapp gereicht hätte. Dennoch wurde ich bester Österreicher an diesem Tag.

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Leider zog ich mir durch diesen Lauf eine total offene Ferse am rechten Fuß zu, was sich am folgenden Ruhetag kaum besserte.

Den Ruhetag nutzten wir zur Besichtigung des Zoos in dem wir 2 Tage zuvor den Sprint gelaufen waren. Wir entschieden uns aufgrund der Weitläufigkeit dafür ihn per Rad zu erkunden. Es befanden sich darin viele exotische Tierarten. Natürlich gab es auch eine Menge australischer Tiere zu sehen wie Wallabies, Kängurus und Koalas.

Mitteldistanz-Qualifkation war am Mittwoch angesetzt und ich hatte bei jeden Schritt Schmerzen durch die offene Ferse. Deswegen versuchte ich mich mehr auf die Orientierungstechniken zu konzentrieren und den Schmerz zu ignorieren. Doch entwickelte sich dieser Lauf dann zum schlimmsten der ganzen Woche, da sich ein Fehler an den anderen reihte und ich läuferisch auch nicht schnell war. So reichte es deutlich nicht zum Einzug ins A-Finale, bei dem die besten 60 der Qualifikation (3x 20 aus 3 Heats) Starten durften.

So hakte ich die Mitteldistanz ab und verzichtete auf einen Start im B-Finale um bis zur Staffel wieder schmerzfrei laufen zu können. Zumindest schafften beide Damen und 2 von den 4 Herren den Einzug ins A-Finale.

Dort erging es den Österreichern allerdings weniger gut und das beste Ergebnis bei den Herren war Platz 44 durch Tobias Killmann.

Letztlich gab es am Freitag die Staffel, bei der wir uns einen Top 15 Platz ausrechneten.

Doch leider war der Rennverlauf nicht so günstig. Es startet Tobias Killmann und kam mit relativ geringem Rückstand, aber bereits um Platz 15 liegend zurück. Dem 2. Läufer Christian Wartbichler unterliefen dann ein paar Fehler und er übergab mir gerade noch an 16. Stelle liegend. Mir gelang wieder ein sehr guter erster Teil. Erst ganz am Ende des Laufs hatte ich 2 gröbere Fehler, die jedoch nur 1 Platz kosteten und so ergab sich ein etwas enttäuschender 17. Platz in der Staffel unter 27 Nationen.

Abschließend betrachtet kann man sagen, dass die gesamte WM eine wertvolle Erfahrung war und aufgezeigt hat, wo die Schwächen liegen an denen man in den nächsten Jahren noch arbeiten muss um vordere Platzierungen bei internationalen Bewerben zu erzielen.

Neben den Wettkämpfen war es natürlich auch ein sehr interessantes Land und ein unvergessliches Erlebnis.

Karten der jeweiligen Tage hier, und jetzt auch die Karten mit meinen Routen hier:

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