Junioren WM 2008 Göteborg & Vorbereitung

Wie letztes Jahr habe ich es nun heuer auch geschafft mich für die Junioren WM zu qualifizieren. Es war dies meine letzte JWOC, da ich ab nächstem Jahr nun in die lange Elitezeit einsteige.

Begonnen hat alles bereits im Mai mit einem einwöchigen Vorbereitungstrainingslager in Göteborg, bei dem wir zum Abschluss auch noch an den schwedischen Qualifikationsläufen zur Junioren WM teilnahmen. Es war dies ein sehr intensives Trainingslager mit 12 O-Trainings innerhalb von 7 Tagen. Gut die Hälfte davon wurde in Wettkampftempo oder darüber gelaufen. Bei den Wettkämpfen am Ende konnte ich einige recht gut Leistungen mitten im schwedischen Feld erreichen und war eigentlich mit allen Läufen zufrieden, auch wenn ich wusste, dass noch einiges zu verbessern war bis Anfang Juli.
Daran anschließend fand nur wenige Tage später in Haiming / Tirol ein verlängertes Wochenende mit dem Jugendkader statt. Es war leider nur sehr wenig Zeit nach der Rückkehr aus Schweden zur Regeneration. Dies machte sich gleich bei den Läufen in Haiming, einer Mitteldistanz und einer Langdistanz, bermerkbar. Beide Läufe waren zu lang geplant worden, so dass ich, wie viele andere, die in Schweden trainiert hatten enorme Probleme hatten. Ich konnte den ersten Lauf gewinnen, aber beim 2. musste ich dann nach einem harten Kampf Platz 3 in Kauf nehmen und war so erledigt, dass ich mich in der Folgewoche lange erholen musste.

Danach versuchte ich mich so rasch wie möglich wieder zu erholen, da ich zuvor ja 1 Monat lang in einer sehr guten Laufform war. Dabei unterschätzte ich aber die Auswirkungen von Haiming und begann zu früh wieder mit belastendem Training. Ich bemerkte es erst zu spät und so musste ich bald einige Abstriche im Training machen. Es war nicht mehr möglich schnelleres Tempo zu laufen….
Deswegen musste ich in den folgenden 2 Wochen auf schnelle Trainings ganz verzichten und war nur locker laufen.
Dann 1,5 Wochen vor Beginn der JWOC konnte ich endlich einen Aufwärtstrend merken und es begann besser zu werden. In Köstenberg beim AC war es schon wieder weit besser, auch wenn ich den Trainingsrückstand und die noch nicht wieder vollständig zurückgekehrte Form klar spürte….
Bis zur JWOC trainierte ich dann noch einiges, allerdings ohne besonderes Tempo.

Sonntag der 29. Juni war dann endlich Anreise gemeinsam mit 2 anderen Teamkollegen, da sich der Rest des Teams schon vor Ort befand.
Noch am selben Tag nach Ankunft in der Unterkunft (eine Marinekaserne) machten wir ein lockeres Auslauftraining auf der OL Karte der Kaserne.
Am Montag stand dann der erste Lauf an, Sprint in Ruudalen nicht weit von der Unterkunft. Sprint ist zwar nicht meine Lieblingsdisziplin, aber in den letzten Jahren habe ich doch einige gute Sprintergebnisse gehabt.
Aufgrung meiner läuferisch schwachen Form war mein Ziel mir genügend Zeit zu nehmen nicht zu hetzen und gut vorzulesen um einen technisch sauberen Lauf ohne viel Risiko zu machen. Von der alten Karte und Vorinformationen wussten wir bereits, dass es eine eher anspruchsvolle Bahnlegung und Gelände geben würde.
Es gelang mir gut das Konzept umzusetzen und ich schaffte einen beinahe fehlerfreien Lauf mit nur ca 15sek Zeitverlusten in Summe. So erreichte ich noch einen 36. Platz in dem Feld von 173 Läufern aus 30 Nationen.
Hier die Karte:
Sprint
Karten mit meinen Routen werden später folgen
Den anderen Österreichern erging es meist nicht so gut wie mir bis auf Ursula Kadan, die wiedereinmal eine gute Top 20 Platzierung schaffte.
Anschließend folgte dann im Vergnügungspark Liseberget die offizielle Eröffnung. Zuvor hatten wir noch gratis Zutritt zu allen Achterbahnen und Attraktionen, was definitiv einer der Höhepunkte der Woche war…….

Am nächsten Tag folgte ein kleines Model Event für die Mitteldistanzläufe auf der Karte der schwedischen Qualiläufe. Es war wiedereinmal eine enorme Herausforderung auf dieser für mitteleuropäische Begriffe sehr ungewöhnlich gezeichneten Karte zurechtzukommen. Doch es gelang mir schon deutlich besser als noch im Mai.

Mittwoch folgte dann die Mitteldistanzqualifikation auf der Karte Angardsbergen.
Es wurde in 3 Heats gestartet jeweils im 2 Minutenabstand 3 Läufer.
Ich startete wieder relativ weit hinten zusammen mit Erik und einem Norweger.
Die Taktik war langsam zu beginnen und bei einfacherern Strecken Tempo zu machen um die Qualifikation für das A Finale ( je 20/Heat) zu schaffen.
Es fing gut an mit sicheren ersten 4 Posten. Beim 5. Posten dann die erste Unsicherheit und zögern mit einem 20 Sekunden Fehler. Zum 6.Posten war ich wieder gleichauf mit Erik, der einen ähnlichen Posten in der Nähe hatte. Nun folgte eine längere Querstrecke mit einem Posten auf einem offen langen Hügel am Ende. Ich sah die Chance mit relativ wenig mitlesen ein hohes Tempo zu laufen und kam bis ca 300m vor dem Posten sehr gut zurecht. Doch dann passierte mir ein unheimlicher Parallelfehler und ich verlor 3 Minuten. Da saß der Schock tief, doch ich konzentrierte mich wieder, da ich noch an die Chance der Qualifikation glaubte und die folgenden Posten verliefen wieder sehr gut. Zum 12. Posten hatte ich dann sogar die Bestzeit. Dann kam der 13. Posten. Wieder perfekt bis kurz vor dem Posten, gefolgt von einem Interpretaionsfehler und wieder fast 1 Minute Zeitverlust. Der Kampf bis ins Ziel blieb dann leider erfolglos und die Qualifikation war weg.
Was für eine Enttäuschung, vor allem da ich dann sah, dass ich ohne Fehler locker mit den Laufschnellsten mithalten konnte. So resultierte nur der 24. Platz knapp 1 Minute hinter dem Cut.
Allgemein konnten sich nur Warti und Erik letztlich fürs A Finale qualifizieren. Der Rest lief im B oder C Finale.
Karte meines Heats

Tags darauf dann die Finalläufe.
Ich startete mit dem Vorsatz mich mit dem Gelände zu versöhnen und einen technisch konzentrierten lauf zu liefern. Leider war das Gelände heute eine extrem harte Sache und die fast 30 Grad waren auch nicht gerade angenehm. Es war eines der schwerst zu belaufenden Gelände die ich je gesehen habe und ich konnte auch heute keinen Flow aufbauen und kam mir vor wie ein Anfänger. Es passierten nicht weniger als 5 Parallelfehler, die allesamt eine Menge Zeit kosteten. Gegen Ende wurde ich dann noch vom späteren 2. des B Finales eingeholt und konnte ihm fast nicht folgen. Den langen Zieleinlauf nutzte ich dann zum Auslaufen.
Ein alles in Allem total verhauter Lauf auch im Finale => Platz 16 hier
Karte meines B Finales

Freitag war dann Ruhetag, an dem wir eine der vorgelagerten Inseln besuchten und ein wenig Auslaufen waren.
Samstag dann die Langdistanz. Hier erwartete ich mir deutlich mehr als in allen anderen Distanzen vor allem, da ich merkte wie meine Laufform immer besser wurde. So bereitete ich mich am Vortag und bis knapp vor dem Lauf noch intensiv mit der alten Karte des Gebiets vor und trank praktisch ununterbrochen um gut hydriert zu sein.
Zuvor hatten wir uns intern abgesprochen wer in welcher Startgruppe laufen will. Viele meinten, dass es später sehr heiß werden wird und wollten lieber früher starten. Ich bevorzugte jedoch die hinterste Startgruppe, da es meist trotzdem besser ist weiter hinten zu starten.
Da von 9 bis 14:45 gestartet wurde konnte ich mit meiner Startzeit noch lange im Quartier bleiben während andere bereits im Ziel waren.
Ich startete um 13:20, als es am Start bereits fast 30 Grad hatte.
Der Start verlief gut und ich nahm mir genug Zeit um die Karte zu interpretieren. So war der erste Posten schnell erreicht. Auch läuferisch schien es sehr gut zu “laufen” an diesem Tag. Der 2. Posten kostete mich dann aber leider über 2 Minuten, da ich zu weit links kam und hier wieder eine Parallelsituation vorfand. Danach schaffte ich aber einen ausgezeichneten Flow und machte eigentlich bis zum Schluss keine Fehler mehr. Einzig eine kleinere Sucherei beim 5. Posten kostete 25 Sekunden und eine schlechte Route zum 18. Posten kostete nochmal 1 Minute. Außerdem verlor ich ab dem 17.Posten bis ins Ziel noch einiges läuferisch, da ich am Ende meiner Kräfte war durch die tiefen Böden und die Hitze. So musste ich mich im Zielsprint beinahe 2 mal übergeben.
Schließlich gelang mir ein guter 24. Platz bei wieder 170 Startern. Ohne die Fehler wäre sogar ein Ergebnis um Platz 15 möglich gewesen.
Dies bescherte mir nun auch das beste Herrenergebnis eines Österreichers bei dieser WM.
Langdistanz Karte

Beendet wurde die JWOC dann noch mit der Staffel am Tag nach der Langdistanz.
Die Österreich 1 Staffel waren Tobias Killmann, Erik N. Simkovics und ich.
Aufstellung in eben dieser Reihenfolge.
Unglücklicherweise verloren bereits die Startläufer beider österreichischer Teams gut 17 Minuten auf die Führenden. Erik lief einen soliden Lauf und konnte einige Plätze gut machen. Dann startete ich und lief wieder fast perfekt bis auf einen 1,5 Minuten Fehler und einer etwas schlechte gelaufenen Routenwahl. So konnte ich nochmals einige Teams überholen und wir wurden gesam 22. und in der Nationenwertung 14.
Karte mit ähnlichen Gabelungen wie meine Strecke

Nun meine Karten:



JWOC Staffel Routen

Abschließend gab es noch ein Banquet und eine Party bis in die Früh. Damit war meine letzte JWOC beendet und halbwegs erfolgreich noch dazu.
Organisatorisch waren vor allem folgende Dinge interessant:

  • Man hatte fast nie das Gefühl bei einem wirklich großen Lauf zu starten.
  • Sehr gute anspruchsvolle Bahnen und Gelände
  • Leider keine Zuschauerposten (nicht einmal bei der Staffel gab es einen)
  • Quartier vielleicht nicht ganz optimal für eine Junioren WM
  • Sportgerechtes Essen
  • Recht starke Bevorzugung des schwedischen Teams
  • Wenig schwedische Zuschauer(die Mehrzahl waren Dänen!!)

Und jetzt ab in die ELITE!!
Gleich bei der Sprintstaatmeisterschaft gehts los!

Eine Reaktion zu “Junioren WM 2008 Göteborg & Vorbereitung”

  1. TomBa Ba

    Danke, Wolfgang, für diesen ausführlichen exklusiven Bericht und Gratulation zu deinen Leistungen, besonders in der Langdistanz und der Staffel.
    Alles Gute in Zukunft bei der echten Elite! Wenns dort ordentlich rennst, darfst wieder mal mit Franz und mir in der ersten WAT-Staffel starten!

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