Wiener Staffelmeisterschaft 2008
In den steilen Abhängen hinter dem ORF-Landesstudio Burgenland in Eisenstadt fanden diesmal die Wiener und Niederösterreichischen Staffelmeisterschaften statt. Organisiert wurden sie von einem ungarischen Verein aus der Umgebung von Budapest, wobei der HSV OL Wr. Neustadt in Person von Gottfried TOBLER als Co-Veranstalter fungierte. Die Karte war neu und wurde ebenfalls von den Ungarn gezeichnet.
Schon die Vorinformation versprach einen sehr konditionell anspruchsvollen Wettkampf, gab es doch z.B. in meiner Kategorie H45- auf der kurzen Strecke 2,5 km bei 200 Höhenmeter zu überwinden – also ein Verhältnis Strecke : Höhenmeter von fast 10%, was „japanischen Verhältnissen“ entspricht. Die Wettkampfbahn selbst aber überraschte positiv, denn die Posten waren durchaus schwierig gesetzt und es gab auch schöne Routenwahlmöglichkeiten.
Der Wettergott spielte auch mit und bescherte uns ein sonniges wenn auch ein bisschen heißes Laufwetter, das sich besonders am langgezogenen bergauf Zielsprint bemerkbar machte.
Wachablöse in der H19-
Schon im Vorfeld war es klar, dass es heuer mit der Titelverteidigung in der H19- sehr, sehr schwer werden würde, da der WAT zwei seiner stärksten Läufer vorgeben musste: Wolfgang SIEGERT, der auf Grund seiner hervorragenden nationalen Leistungen auf BH-Kader Trainingslager in Finnland weilte und Bernhard FINK, dessen Anreise aus der fernen Schweiz diesmal nicht möglich war. Unmöglich war es aber nicht, da neben „Staffel Urgestein“ Philipp HAIDER mit dem regierenden Wiener Vizemeister im Sprint OL Tom BALLIK und dem immer bei Staffelmeisterschaften stark laufenden Franz KROPATSCHEK zwei weitere WAT-Spitzenläufer in der „Einser-Staffel“ liefen. Aber leider hatte Tom als Startläufer schon am Anfang einen gröberen technischen Fehler und verlor auf den Startläufer der ersten NF Wien Staffel Peter Bonek fast 20 Minuten. Da auch die zweite NF Wien Staffel sowie die ebenfalls sehr starke Staffel des OLC Wienerwald in dieser Reihenfolge vor dem WAT zum ersten Wechsel kamen, war Tom nur vierter mit 7 Minuten Rückstand auf den dritten Platz. Und eine Medaille war aber schon das erklärte Ziel. Franz als zweiter Läufer hatte nicht nur eine kürzere Strecke sondern auch einen sehr guten Lauf und konnte zeitmäßig mit dem zweiten Mann der OLC Staffel (Wolfgang Waldhäusl) voll mithalten und verlor nur wenige Sekunden. Während Simon Arbter als mittlerer Mann der führenden NF Wien Staffel den Vorsprung weiter ausbaute, konnte Franz den Rückstand auf seinen direkten Konkurrenten Christian Arbter in der zweiten NF Wien Staffel um über 4 Minuten verringern und damit die Chance auf eine Medaille bedeutend verbessern. Damit bot sich folgender Zwischenstand vor der Schlussrunde: NF Wien 1 mit 12 Minuten Vorsprung auf NF Wien 2 die wiederum 1 Minuten vor dem OLC lag. Der WAT war nach wie vor vierter mit 7 Minuten Rückstand auf die Medaillen Ränge.
Und dann kam Philipp.
Mit der drittbesten Laufzeit auf der langen Strecke legte er nicht nur einen tollen Lauf hin, sondern konnte auch noch den „Dritten Mann“ der zweiten NF Wien Staffel Lukas Bosina um 43 Sekunden vom dritten Platz verdrängen, wobei er aber gegen den konditionell sehr starken Schlussläufer des OLC Georg Wittberger wenig Chancen hatte (lief Teilstrecken Bestzeit). Ferri Gassner als Schlussläufer der NF Wien 1 Staffel ließ ebenfalls mit einer Spitzenzeit „nichts mehr anbrennen“ und holte einen ungefährdeten und hochverdienten Sieg für den NF Wien in der H19-. So ging der prestigeträchtige Titel in der H19-, nachdem er 4 Jahren in ununterbrochener Reihenfolge vom WAT errungen wurde, wieder an die NF Wien.
Und wie ging es nun unserer zweiten Herren-Staffel, die in der Aufstellung Florian SCHWAIGER, Peter KAINZBAUER und Valentin HUEMER antrat? Nun, gleich das Ergebnis vorweg: sie wurden gute „Sechste“ und ließen die OLG Ströck Wien Staffel noch hinter sich. Flo hielt sich wacker, Peter konnte auf der mittleren Strecke noch eine Platz aufholen und Valentin, der 3 Tage später seine mündliche Matura absolvierte aber seine Staffel nicht in Stich lassen wollte (wofür ihm ein Sonderapplaus gebührt), lief das Rennen sicher zu Ende.
Sekundenkrimi auch in der H45-
Auch hier lautete das „ewige Duell“ NF Wien gegen den WAT in der traditionellen Aufstellung HUEMER – HUEMER – HUEMER (Thomas - Meinrad - Martin). Nach der ersten Runde schien alles ziemlich ausgeglichen. Ernst Bonek als Startläufer der NF Wien legte einen fulminanten Lauf hin und übergab als Erster knapp vor Reinhard SIEGERT (Startläufer der WAT 2 Staffel) und Thomas HUEMER (Startläufer der WAT 1 Staffel). Auch hier war die zweite Strecke die kürzere, die für die NF Wien von Georg Wiesinger und für den WAT von Meinrad HUEMER (WAT 1) und Günther KOCHMANN (WAT 2) in Angriff genommen wurde. Schon am Weg zum ersten Posten ließ ich Günther erwartungsgemäß hinter mir. Es wäre auch ein spannendes Rennen gegen die NF Wien geworden wenn, ja wenn der 3. Posten dort gewesen wäre wo ich ihn gesucht habe. Um Höhenmeter zu sparen wählte ich nämlich eine Route die leicht steigend am Hang entlang führte. Alle Zwischenorientierungspunkte meinte ich klar und eindeutig erkannt zu haben und doch war ich dann im Nachhinein gesehen viel zu hoch. Und da ich aber glaubte noch zu tief zu sein, stieg ich weiter und weiter …. Erst 2 Ungarn zeigte mir wo ich wirklich war: 600 Meter vom eigentlichen Posten entfernt und schon fast aus der Karte. Und nachdem ein Fehler nie alleine kommt, fand ich auch die beiden weiteren Posten nicht auf Anhieb. Und so geschah es, dass ich dann beim Zuschauerposten Günther wieder traf und wir (fast) gemeinsam ins Ziel liefen - mit 17 Minuten Rückstand auf die NF Wien Staffel. Eine wie mir schien unlösbare Vorgabe für unseren Schlussläufer und damit der sichere Sieg für die NF Wien.
Und dann kam Martin.
Obwohl er „nur“ in normalen Turnschuhen lief (ohne OL-Bock !!!), legte er mit Bestzeit auf der langen Strecke einen unglaublichen Lauf hin und schaffte das schier unmögliche im Ziel noch den Schlussläufer der NF Wien Martin Bosina um eine (!!!) Sekunde abzufangen. Es war sehenswert, wie er auf dem langen bergauf führenden Zieleinlauf über die Wiese einen über 30 Meter großen Rückstand auf Bosina wettmachte. Eine super Leistung von Martin (HUEMER). Pepi KAINZBAUER als Schlussläufer der WAT 2 Staffel lief eine soliden Lauf und sicherte seiner Staffel den erwarteten dritten Platz.
Tolle Leistungen auch in den anderen Kategorien
In der H15-18 stellte der WAT sogar 3 Staffeln, wobei eine davon in der Aufstellung Niki LINDENBERGER - Loys HÄMMERLE - Gregor PAMLITSCHKA eigentlich noch in der H -14 startberechtigt gewesen wäre. Besonders Niki als den Jüngsten in dieser Staffel möchte ich erwähnen, musste er doch unfreiwillig die längere Strecke laufen, die er aber bravourös bewältigte. Natürlich waren sie gegen die wesentlich stärkeren 15 - 18 jährigen von vorne herein chancenlos. Wenn man aber sah mit welchem Einsatz alle 3 dabei waren, kann man ihnen nur vollen Respekt zollen. Bravo.
Die beiden anderen Staffeln WAT 1 (Florian HOLL - Jakob JOACHIMSTHALER - Thomas FABIAN) und WAT 2 (August LINDENBERGER - Silvester LINDENBERGER - Christina PAMLITSCHKA) mussten sich zwar in der Endabrechnung mit der Silber- und der Bronzemedaille zufrieden geben, hatten aber sehr gute Teilstreckenzeiten. Schon Startläufer August kam als Erster zurück, knapp gefolgt von Florian. Auch auf der kürzeren mittleren Strecke boten Jakob und Silvester eine „reife Leistung“, letzterer ebenfalls 3 Tage vor seiner mündlichen Matura. Auch Christina als Schlussläuferin der WAT 2 war nur etwa 6 Minuten langsamer, als der konditionell wesentlich stärkere Thomas in der WAT 1 Staffel. Eine wirklich beeindruckende Leistung.
Auch in der H35- gab es eine „Silberne“ für den WAT. Dass überhaupt wieder einmal eine H35- Staffel im WAT zustande kam, freut mich ganz besonders. Denn Mario SCHIEFER (diesmal Startläufer) musste bis Dato entweder immer in der H19- mitlaufen oder passen. Diesmal hatte er aber mit Hartmut LEMMEL als Zweiter auf der kurzen Strecke und Martin MARKSTEINER als Schlussläufer zwei sehr gute Staffelkollegen. Lagen sie noch nach der ersten Schleife bei 5 Staffeln mit 7 Minuten Rückstand auf die Spitze am dritten Platz (Mario musste fast unaufgewärmt in den Wald), so legte Hartmut mit Laufbestzeit auf der kurzen Strecke die Grundlage zum zweiten Platz in der Wertung. Und es wäre sogar noch mehr drinnen gewesen, denn Martin hatte auf der Schlussstrecke schon den Schlussläufer der NF Wien Staffel Michael Grill eingeholt, musste ihn aber dann doch noch ziehen lassen. Trotzdem ist diese Platzierung ein hervorragendes Ergebnis und ich hoffe, dass sie dann nächstes Jahr die „Goldene“ holen werden.
Als einzige Damenstaffel hatte der WAT eine in der D45-, wobei noch knapp vor dem Wettkampf die ursprünglich vorgesehene Herta PAMLITSCHKA ausfiel und statt ihr in dankenswerter Weise Judith HUEMER einsprang und mit Doris LINDENBERGER die Ehre des WAT mit einem dritten Platz verteidigte. Also noch eine Bronzene für den WAT. Beide hielten sich wacker und da besonders Doris, die die drittbeste Laufzeit hinlegte. Judith hatte aber gegen die wesentlich routinierteren Läuferinnen der beiden anderen Vereine NF Wien und OLC Wienerwald nur wenig Chancen. Trotzdem: ein dritter Platz ist ein dritter Platz und muss einmal erlaufen werden.
Zusammenfassend gesehen, war diese Wiener Staffelmeisterschaft für den WAT mit 1 Gold-, 2 Silber- und 3 Bronzemedaillen durchaus erfolgreich, wenn auch mehr Goldene „drinnen gewesen“ wären. Aber man kann ja nicht immer gewinnen.
Ich jedenfalls gratuliere allen unseren Staffelläuferinnen und Staffelläufern und bedanke mich für ihren Einsatz und ihre Leistung.